Der österreichische Nationalrat

Der Nationalrat in Österreich stellt die Abgeordnetenkammer des österreichischen Parlaments dar. Gemeinsam mit dem Bundesrat, nämlich dem Vertretungskörper der Bundesländer auf Bundesebene, ist der Nationalrat für die Gesetzgebung des Bundes zuständig. Genau genommen fungieren National- und Bundesrat als die beiden Kammern des österreichischen Parlaments, sind jedoch als selbstständige und damit voneinander unabhängige Organe eingerichtet.

Grundsätzlich übernimmt der Nationalrat die Beratung einzelner Initiativen, wobei diese infolgedessen vom Bundesrat im Rahmen des sogenannten Gesetzgebungsprozesses entweder bestätigt oder verworfen werden. In besonderen Fällen kann es auch vorkommen, dass Nationalrat und Bundesrat gemeinsam als Bundesversammlung auftreten und ihre Funktion dementsprechend ausüben.

Gegründet wurde der Nationalrat am 10. November 1920. Er übt die sogenannte legislative Staatsgewalt aus und ist im Rahmen seiner Stellung, wie zuvor bereits erwähnt, für die Gesetzgebung des österreichischen Bundes zuständig. Derzeit führt Barbara Prammer (SPÖ) den Vorsitz in der momentanen Legislaturperiode des österreichischen Nationalrats.

Bestandsgarantie: Art. 1 (demokratisches Prinzip) und Art. 24–33 (Gesetzgebung des Bundes; Nationalrat) Bundes-Verfassungsgesetz 1920/1929 (B-VG).

Der Sitz des Nationalrats ist das Parlamentsgebäude, welches sich in der österreichischen Bundeshauptstadt Wien an der Wiener Ringstraße befindet. Das Parlamentsgebäude wurde von Theophil von Hansen entworfen. Nach der Grundsteinlegung am 2. September 1874 fand neun Jahre später, genau genommen am 4. Dezember 1883, die erste parlamentarische Plenarsitzung statt. Einen besonderen Einfluss auf die Gestaltung des Gebäudes hatte der Unternehmer Nikolaus Dumba, der das Parlamentsgebäude architektonisch ähnlich zum Athener Zappeion entwerfen und gestalten ließ.

Was die Innenausstattung der Räume betrifft, so sei festgehalten, dass das Parlamentsgebäude heute in einem eher eleganten bis modernen Stil gehalten wird. Die Tagungsräume des National- und Bundesrats sind mittels wunderschöner klassischer Gardinen und Plissee Vorhänge – jeweils passend zur Raumgestaltung und Fenstergröße – inklusiver feiner eleganter Kordeln ausgestattet. Innenarchitekten schlugen vor, Lamellenvorhänge bei gewissen großen Fenstern zu verwenden. Doch dieser Idee, einen Lamellenvorhang als Sichtschutz einzubauen, wurde nicht stattgegeben, da diese nach Meinung der beiden parlamentarischen Kammern zu modern und für ein Parlamentsgebäude als absolut nicht passend deklariert wurde. Egal ob Kommoden, elegante Stühle mit feinen seidenen Bezügen oder wertvolle Edelholztische – die einzelnen kleineren Sitzungssäle sind mit teilweise wertvollem Antiquariat ausgestattet, das natürlich nur zu optischen Zierzwecken dienen soll.